From August 12–22, the Oktolog Art & Maker Camp celebrated its tenth edition at the Alter Schlachthof in Wels. For ten days, people from diverse artistic and creative fields came together to exchange ideas, experiment and spend time creating. Projects could emerge, but were not required to. At the end of the camp selected works were presented to the public.
During this year’s Oktolog, artist Tanja Kristan developed a small work-in-progress animation titled “theirlife.matters”, exploring the subject of femicide. The starting point was the statement “Nobody kills out of love”, a phrase carrying a deep sense of despair that became the basis for a short animated film.



oktolog offers time and space for productive people to engage in creative and cooperative work. The art & maker camp addresses persons working in visual and auditory arts, discourse and technology (as well as at the intersections of these fields). We kindly invite illustrators, writers, painters, musicians, designers, tinkerers, journalists, researchers, sprayers, programmers, dancers, craftspeople and all other creative people to join us. You can develop new ideas, work on projects or just try out new techniques or materials. It does not matter how old or experienced you are and where you come from: youngster to senior, newbie to professional, local to foreigner – all are equally welcome!
Kulturverein waeschaecht, https://www.waschaecht.at/oktolog
This year, I set out with nothing more than pen and paper, traditional animation in mind, determined to finally approach a project that had been weighing on my mind for a long time: a feminist animation manifesto, or at least, the beginning of one.
For eight days, I talked to people from different backgrounds, took part in numerous inspiring workshops, exchanged ideas and made new connections. Slowly, all these conversations and encounters began to converge, narrowing my thoughts down to one place: profound despair. Not in a bad way, more in one basic realisation that was already there. We have known for a long time that simply raising awareness is no longer enough. Action is required. In two days around 140 pictures were drawn for this starting point. Biggest thanks to Nini for her light table.
The current political movement towards a clear “Yes means Yes” framework is an important step forward. But it is only one step. There are countless other issues that demand attention, resistance, change and there always will be more. This manifesto begins in that tension between hope and despair in a ever changing world. It is an attempt to turn frustration into images, words and movement. To ask what it means to create when simply making people aware is no longer enough. We are aware, but where are the actions? Screaming the pain away? Out of this train of thoughts “theirlife.matters” was born. Not as a finished answer, but as an attempt to translate despair into images. The beginning of a feminist animation manifesto that is far from finished.




Deutsche Version
Das Oktolog ist ein Art und Maker Camp, das dieses Jahr von 12.-22.August zum zehnten Mal stattfand. Menschen aus den verschiedensten Sparten kommen für 10 Tage im Alten Schlachthof in Wels zusammen und verbringen gemeinsam Zeit. Es können, aber es müssen keine, Projekte entstehen und am Ende werden diese der Öffentlichkeit präsentiert. In diesen Tagen entstand eine kleine Work in Progress Animation von mir, mit dem Titel “theirlife.matters”, die sich näher mit der Themartik der Femizide auseinander setzte. Ein Femizid ist die gezielte Tötung einer Frau oder eines Mädchens aus Liebe. In diesen Zusammenhang sind die Formulierungen “Niemand tötet aus Liebe” oder “Man(n) tötet nicht aus Liebe” zusammen mit einen tiefen Gefühl aus Verzweiflung zur Ausgangssituation für einen kurzen Animationsfilm geworden.



Oktolog bietet zum 10jährigen Jubiläum an 11 Tagen im August Raum für kreatives und kooperatives Arbeiten. Das Oktolog wendet sich an interessierte Personen aus verschiedenen Feldern. Eingeladen sind unter anderem Grafiker*innen, Schriftsteller*innen, Maler*innen, Bildhauer*innen, Musiker*innen, Designer*innen, Bastler*innen, Sprayer*innen, Publizist*innen, Visualist*innen, Forscher*innen, Programmierer*innen, Tänzer*innen und Handwerker*innen uvm. Es können Ideen entwickelt, Projekte umgesetzt oder einfach einmal neue Dinge ausprobiert werden. Alter, Erfahrung und Herkunft spielen für uns keine Rolle: Von Youngsters bis Senior*innen, von Neulingen bis Profis, von Locals bis Weitgereisten – alle sind gleichermaßen willkommen!
Kulturverein waeschaecht, https://www.waschaecht.at/oktolog
Dieses Jahr bin ich mit Stift und Papier losgezogen. Mit dem Gedanken, mich endlich an ein Herzensprojekt zu wagen, das schon lange in mir arbeitet: ein feministisches Animationsmanifest, oder zumindest der Beginn eines solchen.
Acht Tage lang habe ich mit den unterschiedlichsten Menschen gesprochen, an fantastischen Workshops teilgenommen, neue Kontakte geknüpft, zugehört, diskutiert und Gedanken gesammelt. Was zunächst offen und spielerisch begann, hat sich immer weiter zugespitzt. Bis am Ende vor allem eines übrig blieb: eine tiefe Verzweiflung. Denn wir wissen längst, dass es nicht mehr ausreicht, auf Missstände aufmerksam zu machen. Wir wissen davon. Wir sprechen darüber. Wir kennen die Zahlen und die Geschichten. Was es jetzt braucht, sind Handlungen. In zwei Tagen wurden in etwa 140 Bilder für diesen Startpunkt gezeichnet. Vielen Dank an Nini für den Leuchttisch.
Die aktuellen politischen Bewegungen rund um „Ja heißt Ja“ sind ein wichtiger und längst notwendiger Schritt in die richtige Richtung. Aber sie ist nur ein Anfang. Es gibt noch unzählige andere Themen, über die gesprochen, gestritten und dann gehandelt werden muss. Daran ändert auch nicht, dass es immer wieder neue geben wird. Aus dieser Erkenntnis heraus ist “theirlife.matters” entstanden. Nicht als fertige Antwort, sondern als Versuch, Verzweiflung in Bilder zu übersetzen. Als Beginn eines feministischen Animationsmanifests, das noch lange nicht fertig ist.


